DE19925931A1 - Kompakter Multi-Schiefspiegler - Google Patents

Kompakter Multi-Schiefspiegler

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Abstract

Die Erfindung vom Typ der Schiefspieglerteleskope soll mit einer einfachen, weitestgehend sphärisch gestalteten Spiegeloptik eine hohe Abbildungsqualität auch bei großen Öffnungen erzielen und kompakte, abschattungsfreie Spiegelteleskope ermöglichen. Aufgrund der zweimaligen Reflexion entweder am konkaven 1. Spiegel oder am 2. Spiegel und der Möglichkeiten zur Bildfehlerkorrektur mit einem 3. Spiegel läßt sich ein kompakter, gefalteter Strahlengang mit insgesamt 4 Reflexionen erzielen und eine beugungsbegrenzte Abbildungsqualität erreichen. Oftmals können zur Vereinfachung konkave und konvexe Spiegel mit gleichen Krümmungsradien eingesetzt werden. Die unterschiedlichen Ausführungen dieses Spiegelsystems ermöglichen Lichtwege, die entweder einem Refraktor oder einem Newton-Teleskop entsprechen. Damit wird die Verwendung unterschiedlicher, kommerzieller Montierungstypen möglich. Zudem lassen sich Systeme verschiedener Lichtstärke (bis zu F/9) realisieren, die vielseitige astronomische und terrestrische Anwendungen eröffnen.

Description

Die Erfindung bezieht sich auf eine optische Einrichtung, bestehend aus 3 Reflexionsspiegeln die dem Typ der Schiefspiegler-Teleskope zugeordnet werden kann. Diese Geräte dienen dazu, astronomische und terrestrische Beobachtungen durchführen zu können. Die verwendete Optik kommt ohne Zwischenbild aus und bedient sich rotationssymmetrischer, meistens sphärischer Spiegel, wobei auch ein Planspiegel zum Einsatz gelangt. Die Spiegelscheitel befinden sich dabei in einer gemeinsamen Ebene und die Spiegelnormalen sind gegen die optische Achse geneigt.
Die einfachste Form eines Schiefspieglers mit konkavem 1. Spiegel und konvexem 2. Spiegel ist von A. Kutter (Der Schiefspiegler, Verlag F. Weichert, 1953) angegeben worden. Durch Verkippung des 1. Spiegels entstehen axiale Bildfehler, hauptsächlich Koma und Astigmatismus, die sich durch geeignete Neigung, Abstände und Krümmungsradien der beiden Spiegel teilweise kompensieren lassen. Der verbleibende Bildfehler ist bei Öffnungen bis etwa 125 mm und einem typischen Öffnungsverhältnis von F/20 kleiner als die entsprechende Beugungsscheibe. Für größere Schiefspiegler (ab 1 mm Öffnung) wird eine Korrekturlinse im Strahlengang (katadioptischer Schiefspiegler nach A. Kutter, s. Telescope Optics, H. Rutten, M. van Venrooij, Verlag Willmann-Bell, 1988, S. 113) oder ein zusätzlicher konkaver Spiegel verwendet. Letzteres System, auch Tri-Schiefspiegler genannt, wurde von R. A. Buchroeder (Design Examples of TCT's, OSC Technical Report #68, University of Arizona, Mai 1971, S. 19) und A. Kutter (Sky and Telescope 1975, I, S. 46) entwickelt. Eine bessere Korrektur der Bildfehler bei größeren Öffnungen wurde von M. Brunn, gemäß DE-PS 39 43 258 geboten, wobei 4 Reflexionen unter Verwendung eines konkaven 3. Spiegels und eines nachfolgenden Planspiegels durchgeführt werden. Nachteilig wirken sich jedoch die große Baulänge und der hohe Fertigungs- und Justieraufwand aus. Eine weitere Lösung ist aus der Literatur von A. S. Leonard bekannt. Er entwickelte ebenfalls eine 3-Spiegelvariante eines Schiefspieglers, den man auch als Solano-Reflektor bezeichnet (veröffentlicht in Advanced Telescope Making Technics, A. Mackintosh (E. D.), Verlag Willmann-Bell, 1986, Optics, Vol. 1, S. 231). Dieses System verwendet 2 konkave und einen konvexen Spiegel. Unterschiedliche Neigungen des konvexen Spiegels in Kombination mit einem zusätzlichen Planspiegel ermöglichen verschiedene Einblickrichtungen. Es können Paare von konvexen und konkaven sphärischen Spiegeln mit betragsmäßig gleichen Krümmungsradien verwendet werden, um den Aufwand zu reduzieren. Der konkave 1. Spiegel benötigt jedoch eine hyperbolische Gestalt (hoher Fertigungsaufwand) und es lassen sich nur Öffnungsverhältnisse kleiner als F/15 realisieren. Eine kompaktere Bauweise schlägt E. Herrig lt. DE-OS 196 49 841 vor. Hier sind geringfügig geneigte Spiegel angeordnet, so daß es zu zweimaliger Reflexion am 1. oder 2. Spiegel (oder an beiden) kommt. Es werden ein konvexer 1. Spiegel und ein konkaver 2. Spiegel und in einigen Varianten noch ein 3. Spiegel verwendet, um insgesamt 4 Reflexionen und eine abschattungsfreie Abbildung zu ermöglichen. Auch hier ist die Größe, insbesondere des konvexen Spiegels von Nachteil, da dieser bis zu 50% größer als die Eintrittsöffnung dimensioniert ist.
Der Erfindung liegt mithin die Aufgabe zugrunde, die bekannten Nachteile der beschriebenen Art auf ein ökonomisch und fertigungstechnisch günstigeres Maß zu reduzieren und ein kompaktes, abschattungsfreies Spiegelsystem zu entwickeln, das mit wenigen, in der Regel sphärischen Spiegeln auskommt und auch bei großen Öffnungen noch eine beugungsbegrenzte Abbildungsqualität liefert.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß mit einer Spiegelkombination gearbeitet wird, die zahlreiche Freiheitsgrade hinsichtlich Geometrie, Größe der Eintrittsöffnung und Lichtstärke besitzt, sowie zudem die unterschiedlichsten Positionen der Fokussierung ermöglicht. Damit ergeben sich unterschiedliche Einblickrichtungen für den Beobachter. Die zur Verfügung stehenden Parameter verbessern die Abbildungsqualität auch unter der Voraussetzung, daß Spiegel mit betragsmäßig gleichen Krümmungsradien verwendet werden. Diese Gestaltungsfreiheit hat den besonderen Vorteil, die Fertigungstoleranzen der Spiegel einerseits ökonomisch günstig zu beeinflussen und andererseits bei Abweichungen der gefertigten Spiegelradien mittels Nachoptimierung der Geometrie stets ein Instrument hoher Abbildungsqualität bereitzustellen.
In den Abb. 1a und 1b sind zweckmäßige Grundformen der Realisierung der Erfindung als Ausführungs­ beispiele dargestellt, aus denen sich weitere Varianten in den Abb. 2 bis 9 ableiten. Sie sollen nachfolgend erläutert werden:
Die Darstellung in Abb. 1a zeigt eine erste Grundform des kompakten Multi-Schiefspieglers. Zunächst fällt ein paralleles Lichtbündel 10 mit dem Hauptstrahl 00 auf einen konkaven Spiegel 1. Dieser ist so gegen die Einfallsrichtung geneigt, daß sich der Spiegel 2 außerhalb des einfallenden parallelen Lichtbündels 10 befindet und deshalb nicht beeinflußt. Für die weiteren Reflexionen ergeben sich je nach Neigungswinkel des Spiegels 2 und dessen konvexe oder konkave Ausbildung verschiedene technische Ausführungsformen. Eine zweimalige Reflexion läßt sich entweder am Spiegel 1 oder am Spiegel 2 realisieren. Mit einem Spiegel 3 ergeben sich dann 4 Reflexionen. Die Nutzung der vorhandenen Freiheitsgrade bietet ausreichende Möglichkeiten der Bildfehlerkorrektur. In der v.g. Abbildung wird die zweimalige Reflexion am Spiegel 2 vorgenommen, welcher hier von konvexer Ausbildung ist und betragsmäßig etwa den gleichen Drehwinkel wie der Spiegel 1 aufweist und gegen die optische Achse geneigt ist. Letztere wird durch den Hauptstrahl 00 des parallelen Lichtbündels 10 gebildet und verbindet die Scheitelpunkte der Spiegelreflexionsflächen miteinander. Die Spiegelneigungen α erfolgen um diese Scheitelpunkte und werden zwischen der Scheitelnormalen und der optischen Achse gemessen. Die Strahlablenkung ergibt sich damit zu 2α. Die Neigungen werden in der gemeinsamen Ebene aller Spiegelscheitel und des Fokus ausgeführt. Nach der Reflexion am Spiegel 2 gelangt das Lichtbündel zum Spiegel 3 der sich vorzugsweise in der Nähe des Spiegels 1 befindet. Die Neigung des Spiegels 3 ist in diesem Fall nur gering und es fällt damit das Lichtbündel auf einen dezentralen Flächenbereich des Spiegels 2 zurück. Die Reflexionsbedingung sieht anschließend eine Ablenkung des Lichtbündels in einen von Lichtstrahlen unberührten Raum vor, der auf der anderen Seite des parallelen Lichtbündels 10 liegt. Dieses konvergente Lichtbündel wird an Spiegel 1 vorbei geführt und gelangt in dessen Nähe zur Fokussierung. Die Konstruktion erlaubt einen abschattungsfreien Strahlengang und eine Einblickrichtung, die nahezu einem Refraktor entspricht. Die Bildfehlerkorrektur gelingt bei dieser Kombination mit dem konkaven, parabolischen Spiegel 3. Weitere Ausgestaltungen der Grundform in Abb. 1a werden in den Abb. 2 bis 6 dargestellt.
In Abb. 1b wird die zweite Grundform des kompakten Multi-Schiefspieglers dargelegt. Diese ergibt sich, wenn die Neigung des Spiegels 2 so gering ausfällt, daß das konvergente Lichtbündel auf einen dezentralen Flächenbereich des Spiegels 1 fällt. Die zweite Reflexion am Spiegel 1 führt zu einer Ablenkung des Lichtbündels in den von Lichtstrahlen unberührten Raum. Dort befindet sich der Spiegel 3 mit einem Neigungswinkel von etwa 45°, der eine 4. Reflexion ausführt und sich dabei in der Nähe des Spiegels 2 befinden kann. Das Lichtbündel gelangt dann anschließend zur Fokussierung. Diese Grundform erlaubt ein abschattungsfreies Teleskop mit einer Umlenkung des Lichtbündels um 90°, analog zum Lichtweg im Newton-Teleskop. In diesem Sinne eignen sich in vorteilhafter Weise die bei Newton-Teleskopen benutzten Montierungen und Stative zur Aufstellung des kompakten Multi-Schiefspieglers. Bildfehlerkorrekturen können in der v.g. Grundform mit dem Spiegel 3 (konvex) erreicht werden. Der Spiegel 2 kann dabei konkav (s. Abb. 8, 9) oder planar (Abb. 7) ausgebildet sein. Der große Neigungswinkel des Spiegels 3 ergibt allerdings größere Bildfehler und eine höhere Bildfeldneigung als bei Einrichtungen gemäß Abb. 1a.
In Abb. 2 wird eine Variante der Grundform nach Abb. 1a dargestellt, wobei der kompakte Multi-Schiefspiegler eine Öffnung von 200 mm besitzt und einen sphärischen, konkaven Spiegel 1 und einen sphärischen, konvexen Spiegel 2 aufweist. Der Spiegel 2 ist dabei so geneigt, daß das Lichtbündel auf den Spiegel 3 gelenkt wird, der sich in der Nähe des Spiegels 1 befindet. Der Spiegel 3 ist dabei von konkaver, parabolischer Gestalt, wodurch eine Korrektur der sphärischen Abberation des Lichts erreicht wird. Die Spiegel 2 und 3 befinden sich bzgl. des Objektlichts auf der gleichen Seite. Der Spiegel 3 besitzt eine nur geringe Neigung bzgl. der optischen Achse und reflektiert das Lichtbündel zurück auf einen dezentralen Bereich des Spiegels 2. Von dort gelangt es seitlich am 1. Spiegel vorbei zur Fokussierung. Es können Blenden B vor der Fokussierung zur Beschränkung von Streulicht vorgesehen werden. Die eingesetzten Spiegel können neben der bis hierher vorgeschlagenen sphärischen Oberflächengestalt, beispielsweise auch elliptische oder hyperbolische Gestalt besitzen. Aufgrund der Neigung des Spiegels 3 muß der konvexe Spiegel 2 etwas größer dimensioniert werden als für die Erfassung des Lichtbündels nötig ist. Damit besitzt der Spiegel 2 einen etwa um 7% größeren Durchmesser als der Spiegel 1. Die Krümmungsradien der Spiegel 1 und 2 sind hier betragsmäßig gleich. Das zugehörige Spotdiagramm ist für ein Bildfeld von 1° berechnet und zeigt eine beugungsbegrenzte Abbildungsqualität.
Das Ausführungsbeispiel in Abb. 3 variiert ebenfalls die Grundform nach Abb. 1a und bedient sich verschiedener Krümmungsradien der Spiegel 1 und 2. Die Einrichtung besitzt bei einer Öffnung von 600 mm und einem Bildfeld von 0,5° noch eine hohe Abbildungsqualität gemäß dem beigefügten Spotdiagramm. Damit ergibt diese Kombination in ihrer Realisierung besonders leistungsfähige Instrumente, die insbesondere für Forschungszwecke geeignet sind. Die Neigung des Bildfeldes ist mit 1,3° als gering anzusehen. Instrumente dieser Ausführung können eine kreisförmige Eintrittsöffnung von der Größe des Hauptspiegels besitzen, die sich dann oberhalb des Spiegels 2 befinden sollte. Ringförmige Blenden B um den Spiegel 3, analog wie Abb. 2 sowie in der Nähe des Fokus vermindern Streulichteinflüsse.
Die Abb. 4 zeigt eine weitere Variante nach der Grundform der Abb. 1a, wobei der Abstand zwischen den Spiegeln 2 und 3 eine verkürzte Distanz aufweist. Die Korrektur der Bildfehler erfordert hier einen hyperbolischen Spiegel 1 und einen sphärischen, konvexen Spiegel 2 mit großem Krümmungsradius. Die Ausführung in Abb. 5 geht auch auf die Grundform der Abb. 1a zurück. Dabei erfolgt die Neigung des Spiegels 3 in umgekehrtem Drehsinn. Nach zweimaliger Reflexion am Spiegel 2 wird das Lichtbündel zwischen den Spiegeln 1 und 3 hindurch zum Fokus geführt. Diese Kombination erlaubt die Konzipierung von kompakten und besonders langbrennweitigen Instrumenten. Alle Spiegel besitzen sphärische Gestalt.
Eine weitere Ausführung in Anlehnung an die Grundform der Abb. 1a bietet die Abb. 6 an. Im Gegensatz zu den Beispielen der Abb. 2 bis 5 erfolgt hier die Neigung des Spiegels 2 in umgekehrtem Drehsinne. Damit befinden sich der Spiegel 2 und der Spiegel 3 auf gegenüberliegenden Seiten hinsichtlich des Objektlichtes. Das Licht wird zwischen dem Spiegel 1 und Spiegel 3 zum Fokus geführt. Die Spiegel 1 und 2 sind hier sphärisch und der Spiegel 3 elliptisch ausgebildet. Die Bildfeldneigung liegt bei 7,2°.
Die Abb. 7 zeigt eine Ausführungsvariante des kompakten Multi-Schiefspieglers nach der Grundform der Abb. 1b. Der Spiegel 1 ist von konkaver, sphärischer Gestalt. Der Spiegel 2 ist hier planar und nur geringfügig geneigt. Damit gelang das Licht zurück auf einen dezentralen Bereich des Spiegels 1 und wird erneut reflektiert. Der Spiegel 1 besitzt einen etwa 23% größeren Durchmesser als die Eintrittsöffnung. Nach der 3. Reflexion gelangt das Lichtbündel zu einem um 45° geneigten, konvexen, sphärischen Spiegel 3, der es zum Fokus lenkt. Die Spiegel 1 und 3 besitzen hier dem Betrage nach gleiche Krümmungsradien.
Eine weitere Ausführungsvariante mit 200 mm Öffnung nach der Grundform in Abb. 1b wird in Abb. 8 beschrieben. In diesem Fall wird statt des planaren Spiegels 2 (s. Abb. 7) ein konkaver Spiegel verwendet. Alle Spiegel sind sphärisch gestaltet und besitzen unterschiedliche Krümmungsradien. Der Spiegel 1 benötigt aufgrund der zweimaligen Reflexion einen Durchmesser, der die Eintrittsöffnung um 12,5% übertrifft. Abb. 9 zeigt eine weitere Variante der Grundform in Abb. 1b mit 200 mm Öffnung und einem Öffnungsverhältnis F/20.2. Die Neigung des Spiegels 2 erfolgt hier in umgekehrtem Drehsinne wie die des Spiegels 1. Der konvexe Spiegel 3 befindet sich in der Nähe des Spiegels 2. Die Spiegel und 3 besitzen hier betragsmäßig gleiche Krümmungsradien und sind von sphärischer Gestalt. Eine kreisförmige Blende zur Begrenzung des Öffnungsdurchmessers wird bei den Varianten nach Abb. 7 bis 9 zweckmäßigerweise oberhalb des Spiegels 3 angebracht. Aufgrund der größeren axialen Bildfehler und der Bildfeldneigungen eignen sich diese Ausführungen bevorzugt für kleine Öffnungen.
Zusammenfassend lassen sich die besonderen Vorteile des kompakten Multi-Schiefspieglers wie folgt beschreiben:
  • - Mit einfachen, sphärischen und parabolischen Spiegelflächen lassen sich freie Öffnungen von mehr als 600 mm Durchmesser realisieren. Die Bildfeldneigung bleibt dabei gering.
  • - Vielfach können Paare konvexer und konkaver Spiegel mit betragsmäßig gleichen Krümmungsradien verwendet werden.
  • - Verschiedene Ausführungsvarianten erlauben eine variable Einblickrichtung.
  • - Kompakte Bauweise.
  • - Herstellung von relativ lichtstarken Instrumenten (bis F/9).
Ergänzend sollen folgende Anmerkungen vorgenommen werden:
Die in den Tabellen angegebene Reflexions-Nr. zählt die Abfolge der Reflexionen, während die Spiegel-Nr. aussagt, an welchem Spiegel die Reflexion stattfindet. Die Spiegel sind in den Abbildungen mit der Spiegel-Nr. vergehen. Bei den angegebenen Spiegeldurchmessern ist die größere Reflexionsfläche bei Doppelnutzung und aufgrund des geforderten Bildfeldes berücksichtigt. Der in den Datentabellen angegebene Abstand wird entlang der optischen Achse wischen den Scheiteln der jeweiligen Reflexionsflächen gemessen. Der Abstand ist immer von der aktuellen Reflexionsfläche bis zur nächsten angegeben. Eine Ausnahme ist der Abstand nach der 4. Reflexion, der die Distanz von der 4. Reflexionsfläche bis zum Fokus angibt. Krümmungsradien konkaver Flächen werden mit negativen Vorzeichen versehen, Radien konvexer Flächen mit positiven. Nach links drehende Spiegelneigungen werden negativ, rechts drehende positiv gezählt. Die konische Konstante c definiert die rotationssymmetrische Oberflächengestalt des Spiegels. Es gilt der Zusammenhang: c= -(Exzentrizität)2. Die dargestellten Spotdiagramme beschreiben die Abbildung eines Bündels von Parallelstrahlen in der Fokalebene für achsennahe Strahlen (zentraler Spot) und für 8 außeraxiale Parallelstrahlenbündel aus unterschiedlichen Richtungen, die eine Winkeldivergenz von 0,5× Bildfeld von der optischen Achse aufweisen. Die meridionale Richtung entspricht einer waagerechten Linie durch den Zentralspot, die saggitale und tangentiale einer Senkrechten. Die zweifache Beugungsscheibe (2 AD) ist in allen Spotdiagrammen einmal durch einen maßstäblichen Kreis gekennzeichnet. Deren Durchmesser in mm ist zusätzlich angegeben. Die Abbildungsebene des Spotdiagrammes ist entsprechend der mittleren Bildfeldneigung geneigt.
Bezugszeichenliste
1
Spiegel
2
Spiegel
3
Spiegel
B Blende
(00)
Hauptstrahl entlang der optischen Achse
(10
) paralleles Lichtbündel
AD Airy-Disk (Beugungsscheibe)
α Neigungswinkel

Claims (4)

1. Kompakter Multi-Schiefspiegler, bestehend aus 3 in einer gemeinsamen Ebene geneigten Spiegeln, wobei der erste dem einfallendem Lichtbündel zugewandte Spiegel stets von konkaver Gestalt ist, ein zweiter Spiegel je­ weils außerhalb des Lichtbündels angeordnet ist und die Abbildung des Betrachtungsgegenstandes nach der 4. Reflexion ein reelles Bild darstellt, gekennzeichnet dadurch, daß durch Doppelnutzung eines der zwei Spiegel (1) oder (2) und in Verbindung mit einem Spiegel (3) die Eigenschaften eines 4-Spiegelteleskopes mit gefaltetem Strahlenverlauf erzielt werden, wobei die 3. Reflexion mit einer Wölbfläche und die 4. Refle­ xion mit einer konvexen Reflexionsfläche realisiert wird.
2. Kompakter Multi-Schiefspiegler nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß der Spiegel (2) von konvexer Gestalt ist und zweimalig zur Reflexion genutzt wird und der Spiegel (3) eine konkave Reflexionsfläche besitzt.
3. Kompakter Multi-Schiefspiegler nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß der Spiegel (1) von konkaver Gestalt ist, zweimalig zur Reflexion genutzt wird und der Spiegel (2) eine konkave oder wahlweise planare Re­ flexionsfläche aufweist und der Spiegel (3) eine konvexe Reflexionsfläche besitzt.
4. Kompakter Multi-Schiefspiegler nach den Ansprüchen 1 bis 3, gekennzeichnet dadurch, daß eine Minimie­ rung der Abbildungsfehler durch geeignete Wahl der Brennweiten, Spiegelabstände, Neigungswinkel sowie bei Bedarf eine geeignete rotationssymmetrische Deformation der Reflexionsflächen vorgesehen wird.
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