DE19852055A1 - Werkstoff aus natürlichen Polymeren - Google Patents

Werkstoff aus natürlichen Polymeren

Info

Publication number
DE19852055A1
DE19852055A1 DE1998152055 DE19852055A DE19852055A1 DE 19852055 A1 DE19852055 A1 DE 19852055A1 DE 1998152055 DE1998152055 DE 1998152055 DE 19852055 A DE19852055 A DE 19852055A DE 19852055 A1 DE19852055 A1 DE 19852055A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
material according
natural
waxes
polymer
oils
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Granted
Application number
DE1998152055
Other languages
English (en)
Other versions
DE19852055B4 (de
Inventor
Helmut Naegele
Peter Eyerer
Juergen Pfitzer
Norbert Eisenreich
Inone Emilia
Peter Elsner
Wilhelm Eckl
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Tecnaro Gesellshaft zur Indust Anwendung Nachwachsender Rohstoffe mbH
Original Assignee
Fraunhofer Gesellschaft zur Forderung der Angewandten Forschung eV
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Fraunhofer Gesellschaft zur Forderung der Angewandten Forschung eV filed Critical Fraunhofer Gesellschaft zur Forderung der Angewandten Forschung eV
Priority to DE1998152055 priority Critical patent/DE19852055B4/de
Publication of DE19852055A1 publication Critical patent/DE19852055A1/de
Application granted granted Critical
Publication of DE19852055B4 publication Critical patent/DE19852055B4/de
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Lifetime legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08LCOMPOSITIONS OF MACROMOLECULAR COMPOUNDS
    • C08L97/00Compositions of lignin-containing materials
    • C08L97/005Lignin
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08KUse of inorganic or non-macromolecular organic substances as compounding ingredients
    • C08K5/00Use of organic ingredients
    • C08K5/04Oxygen-containing compounds
    • C08K5/10Esters; Ether-esters
    • C08K5/101Esters; Ether-esters of monocarboxylic acids
    • C08K5/103Esters; Ether-esters of monocarboxylic acids with polyalcohols
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08LCOMPOSITIONS OF MACROMOLECULAR COMPOUNDS
    • C08L5/00Compositions of polysaccharides or of their derivatives not provided for in groups C08L1/00 or C08L3/00
    • C08L5/08Chitin; Chondroitin sulfate; Hyaluronic acid; Derivatives thereof
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08LCOMPOSITIONS OF MACROMOLECULAR COMPOUNDS
    • C08L89/00Compositions of proteins; Compositions of derivatives thereof

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Compositions Of Macromolecular Compounds (AREA)

Abstract

Ein aus einem natürlichen Polymer oder aus einem Polymer-Blend mit wenigstens einem natürlichen Polymer sowie Zusatzstoffen bestehender Werkstoff zeichnet sich dadurch aus, daß er als Zusatzstoffe native Öle und/oder Wachse zur Desodorisierung enthält. Der erfindungsgemäße Werkstoff eignet sich insbesondere zur Substitution von Holz- oder synthetischen Kunststoffwerkstoffen. Ferner wird ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen Werkstoffs vorgeschlagen.

Description

Die Erfindung betrifft einen Werkstoff, bestehend aus einem natürlichen Polymer oder aus einem Polymer-Blend mit wenigstens einem natürlichen Polymer sowie Zusatz­ stoffen.
Formteile, Gebrauchsgegenstände und Industriegüter werden gegenwärtig meist auf der Basis synthetischer Polymere hergestellt. Da aus synthetischen Polymeren bestehende Kunststoffe in vielen Fällen zur Herstellung von kurz­ lebigen Wirtschaftsgütern eingesetzt werden und das Recycling insbesondere aufgrund der mit großen Schwierig­ keiten verbundenen Trennung der verschiedenen Kunststoffe mit erheblichen Kosten verbunden ist, ergibt sich der Wunsch nach einer Substitution synthetischer durch natür­ liche Kunststoffe. Dieser Wunsch wird einerseits durch die steigenden, bei der Verbrennung synthetischer Kunst­ stoffe entstehenden CO2-Emissionen und andererseits durch die Begrenztheit der Erdölreserven, aus denen die Grundstoffe der Kunststoffsynthese gewonnen werden, verstärkt. Demgegenüber zeichnen sich aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnene natürliche Polymere durch eine ökologisch neutrale CO2-Bilanz aus, was bedeutet, daß bei Verbrennung der natürlichen Polymere der Atmosphäre nicht mehr CO2 zugeführt wird, als ihr beim Wachstum der Rohstoffe entzogen wurde. Des weiteren sind insbe­ sondere biologisch abbaubare bzw. kompostierbare natür­ liche Polymere von vorrangigem Interesse, da diese im Vergleich mit den meisten synthetischen Polymeren in einem wesentlich kürzeren Zeitraum und in der Regel rückstandslos abgebaut werden.
Viele aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnene natürliche Polymere, wie beispielsweise Lignin, Kollagen, Keratin, Casein oder Chitin, sind aufgrund ihrer thermoplastischen Eigenschaften als einzelne Komponente, mit Hilfsstoffen, wie Weichmachern, Antioxidantien etc. versetzt oder in einem Polymer-Blend zusammen mit weiteren natürlichen und/oder synthetischen Polymeren mittels bekannter ther­ moplastischer Verarbeitungsverfahren, wie Extrudieren, Spritzgießen oder dgl., verarbeitbar und eignen sich daher insbesondere als Substituenten für synthetische Polymere.
Ein natürliches Polymer mit im Vergleich mit anderen Naturpolymeren besonders guten Werkstoffeigenschaften ist beispielsweise das Lignin, welches sich durch eine ver­ gleichsweise hohe Festigkeit, Steifigkeit, Schlagzähig­ keit sowie durch eine hohe Beständigkeit gegenüber UV- Strahlung auszeichnet. Weiterhin ist Lignin ein geeigne­ tes Dämmittel zur Wärme- und Schallisolierung. Lignin ist ein hochmolekulares polyphenolisches Makromolekül, das in verholzenden Pflanzen die Räume zwischen den Zellmem­ branen ausfüllt und zu Holz werden läßt, wobei ein Misch­ körper aus druckfestem Lignin und zugfester Cellulose entsteht.
Kunststoffe auf der Grundlage natürlicher Polymere bzw. durch Oxidation, Enzymbehandlungen od. dgl. modifizierter natürlicher Polymere, wie Duroplaste aus Casein oder Thermoplaste aus Cellulosenitraten, -acetaten, -estern und -ethern, sind bereits bekannt.
Aus DE 197 00 902 A1, DE 197 00 903 A1, DE 197 00 905 A1, DE 197 00 907 A1 und DE 197 01 015 A1 ist ein Zwischen­ produkt für die Herstellung von Polymerisaten aus Lignin­ derivaten, wie sie in der Zellstoffindustrie anfallen, bekannt, wobei die Ligninderivate mit phenoloxidierenden Enzymen in Gegenwart von Oxidationsmitteln, wie Sauer­ stoff, umgesetzt werden. Das Zwischenprodukt wird als Beschichtungsmittel für die Herstellung wasserfester Papiere und Pappen, als Bindemittel für Stärke zur Her­ stellung wasserfester Stärkederivate, als Dämmaterial, als eine Komponente eines mit pflanzlichen Fasern ange­ reicherten Verbundwerkstoffes, als Beschichtungsmittel oder als Bindemittel zur Herstellung von Holzspanplatten eingesetzt.
Der EP 0 720 634 B1 ist ein aus Alkali-Lignin und Prote­ inen bzw. Proteinderivaten hergestelltes verrott- und kompostierbares Naturstoffgranulat entnehmbar, welches aus einer stereochemischen Modifikation durch Behandlung mit organischen Säuren, insbesondere Essigsäure, hervor­ geht und thermoplastisch verarbeitbar ist.
Nachteilig bei fast allen natürlichen Polymeren ist insbesondere, daß sie nicht geruchsneutral sind, was einer Anwendung von aus Naturpolymeren bestehenden Wirt­ schaftsgütern im Innenraum häufig im Wege steht. Dem kann zwar beispielsweise durch Blending mit synthetischen Polymeren entgegengesteuert werden, jedoch verhalten sich derartige, aus einem aus synthetischen und natürlichen Polymeren bestehenden Blend mit steigendem Anteil an synthetischen Komponenten einerseits nicht CO2-neu­ tral und kann andererseits eine Geruchsneutralität nur mit relativ hohen Anteilen an synthetischen Komponenten erreicht werden. Um von natürlichen Polymeren ausgehende Geruchsemissionen zu verhindern, ist es bekannt, Form­ teile aus natürlichen Polymeren, z. B. mittels einer Lackschicht, zu versiegeln. Dies ist einerseits teuer und andererseits nur so lange effektiv, so lange die Lack­ schicht nicht beschädigt wird bzw. die Geruchsstoffe nicht durch die Lackschicht hindurch diffundieren können. Weiterhin stellen solche Lacke aufgrund der oft gesund­ heitsschädlichen organischen Lösungsmittel eine zusätz­ liche Umweltbelastung dar und ist ein mit einer Lack­ schicht versehenes Formteil aufgrund mangelnder Sorten­ einheit nur bedingt recycelbar.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen ganz oder zumindest teilweise aus natürlichen Polymeren bestehenden Werkstoff der eingangs genannten Art unter Vermeidung der vorgenannten Nachteile dahingehend weiterzubilden, daß er sich geruchsneutral verhält.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit einem Werkstoff der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß er als Zusatzstoffe native Öle und/oder Wachse zur Desodorisie­ rung enthält.
Überraschenderweise hat sich gezeigt, daß durch den erfindungsgemäßen Zusatz nativer Öle und/oder Wachse die Geruchsemission natürlicher Polymere gedämpft wird. In den meisten Fällen bewirkt dies sogar eine Verringerung der Geruchsemission bis hin zur vollständigen Eindämmung, indem die in natürlichen Polymeren enthaltenen flüchtigen niedermolekularen Komponenten gebunden werden, so daß eine Versiegelung eines mit nativen Ölen oder Wachsen versetzten, aus natürlichen Polymeren bestehenden Werk­ stoffs, beispielsweise mittels einer Lackierung, nicht erforderlich ist.
Der erfindungsgemäße Werkstoff besteht aus ökologischen Gründen bevorzugt aus einem oder mehreren natürlichen Polymeren. Er kann aber auch aus einem Polymer-Blend aus natürlichen und synthetischen Polymeren bestehen. Durch die Kombination unterschiedlicher Polymere ist es bei­ spielsweise möglich, die erwünschten Werkstoffeigen­ schaften einer Polymerkomponente hervorzuheben, während die unerwünschten Werkstoffeigenschaften der Komponente je nach Mischungsverhältnis bis zu einem gewissen Grad von der anderen Komponente kompensiert werden können. Hierdurch ist eine Fertigung von Werkstoffen möglich, deren Eigenschaften gezielt auf den jeweiligen tech­ nischen Verwendungszweck eingestellt werden können.
In vielen Fällen ist es ausreichend, wenn der erfindungs­ gemäße Werkstoff lediglich oberflächlich mit nativen Ölen oder Wachsen behandelt, z. B. besprüht, benetzt, be­ strichen oder dgl., ist. Der Werkstoff kann aber auch im wesentlichen homogen mit nativen Ölen oder Wachsen ver­ setzt sein, die dem plastifizierten Polymer z. B. während der Extrusion zugesetzt werden können. In letztgenanntem Fall wirken die erfindungsgemäßen Öle oder Wachse zusätz­ lich als Weichmacher, die lediglich aufgrund ihrer Lö­ sungs- bzw. Quellmitteleigenschaften ohne chemische Reaktion mit dem Polymer in physikalische Wechselwirkung treten und ein homogenes System mit diesem bilden. Da­ durch verleihen sie dem natürlichen Polymer bessere physikalische Eigenschaften, z. B. eine niedrigere Schmelztemperatur, ein erhöhtes Formveränderungsvermögen, erhöhte elastische Eigenschaften, eine geringere Sprödig­ keit, sowie gegebenenfalls ein erhöhtes Haftvermögen. Somit kann durch den Zusatz nativer Öle und/oder Wachse z. B. die Extrusionstemperatur merklich gesenkt werden, da diese, wie bereits erwähnt, den Schmelz- bzw. den Fließ­ übergangsbereich der Polymere absenken, so daß das Poly­ mer bei der Verarbeitung thermisch weniger beansprucht wird. Ein mit nativen Ölen oder Wachsen versetztes natür­ liches Polymer stellt darüber hinaus einen hochwertigen, vollständig aus Naturstoffen aufgebauten Werkstoff dar, der umweltfreundlich und leicht biologisch abbaubar bzw. verrottbar ist.
In einer bevorzugten Ausführung enthält der Werkstoff etherische Öle, wie z. B. Anis-, Campher-, Citronell-, Eukalyptus-, Fichtennadel-, Geranium-, Lavendel-, Lemon­ gras-, Nelken-, Neroli-, Patchouli, Petitgrain-, Pfeffer­ minz-, Rosen-, Rosmann-, Sandelholz-, Sassafras-, Spik-, Zimtöl oder dgl. Etherische Öle bestehen im wesentlichen aus leicht flüchtigen Alkoholen, Aldehyden, Ketonen, Estern, Lactonen, schwefel- und stickstoffhaltigen Ver­ bindungen sowie Kohlenwasserstoffen und bewirken in den meisten Fällen eine völlige Eindämmung der Geruchs­ emissionen natürlicher Polymere. Bevorzugt enthält der Werkstoff solche etherischen Öle, die Menthol und/oder Mentholderivate enthalten, wie insbesondere japanisches Pfefferminzöl.
In weiterhin bevorzugter Ausführung enthält der Werkstoff fette pflanzliche Öle, wie z. B. Raps-, Distel-, Sonnen­ blumen-, Hanföl oder dgl. Fette pflanzliche Öle bestehen im wesentlichen aus höhermolekularen Fettsäuren, wie Glyceride, und bewirken ebenfalls eine Verringerung der Geruchsemission natürlicher Polymere, die vermutlich auf Adsorptionseffekten der niedermolekularen flüchtigen Bestandteile der Naturpolymere beruht.
Der gleiche Effekt kann durch Zusatz nativer Wachse erreicht werden, wobei pflanzliche Wachse, wie z. B. Candelilla-, Carnauba-, Japan-, Espartogras-, Kork-, Guaruma-, Reiskeimöl,- Zuckerrohr-, Ouricury-, Montan­ wachs oder dgl., tierische Wachse, wie z. B. Bienen- oder Schellack-Wachs, Walrat, Lanolin oder dgl., aber auch chemisch modifizierte native Wachse, wie z. B. Montan­ ester-, Sasol-, Jojobawachse oder dgl. verwendet werden können.
Der erfindungsgemäße Werkstoff kann weiterhin synthe­ tische Verstärkungsfasern (z. B. Glas-, Polyamid-, Aramid- oder Kohlefasern) sowie natürliche Verstärkungsfasern (z. B. Flachs-, Sisal-, Cellulose-, Holz-, Miscanthus- oder Hanffasern) enthalten, welche dem Werkstoff eine höhere Zugfestigkeit verleihen. Aufgrund der CO2- Neutralität ist die Verwendung natürlicher Verstärkungs­ fasern und aufgrund der hohen Zugfestigkeit insbesondere die Verwendung von Hanffasern bevorzugt, welche z. B. während dem Plastifizieren des Polymers oder der Polymere direkt einem Extruder zugesetzt werden können.
Enthält der erfindungsgemäße Werkstoff als natürliches Polymer Lignin, so verleiht ihm der Ligninanteil einen für viele Verwendungszwecke erwünschten holzähnlichen Charakter. Ein derartiger geruchsneutraler Werkstoff eignet sich beispielsweise für Möbel oder Fußbodenbeläge und aufgrund der hohen UV- und Feuchtebeständigkeit des Lignins auch für Gartenmöbel. Der Werkstoff kann zur Herstellung von Elektrogehäusen, wie Fernseh-, Radio-, Computer-, Lautsprecher- oder Telefongehäusen, verwendet werden. Er kann beispielsweise auch lackiert oder fur­ niert sein. Der erfindungsgemäße Werkstoff eignet sich je nach Wahl des natürlichen Polymers bzw. der Blend-Partner auch als Ersatz für bekannte synthetische Kunststoffe oder synthetische Kunststoffwerkstoffe.
Ein Verfahren zur Herstellung eines Granulats aus einem erfindungsgemäßen Werkstoff sieht in einer bevorzugter Ausführung vor, daß ein natürliches Polymer oder ein Polymer-Blend mit wenigstens einem natürlichen Polymer beispielsweise mittels eines Extruders plastifiziert und granuliert wird, wobei während dem Plastifizieren native Öle und/oder Wachse zugesetzt werden. In diesem Fall ist der Werkstoff im wesentlichen homogen mit nativen Ölen oder Wachsen versetzt, was den Vorteil hat, daß diese zusätzlich zur Desodorisierung die physikalischen Eigen­ schaften des Werkstoffs verbessern, z. B. die Schmelztem­ peratur erniedrigen oder als Weichmacher wirken.
Eine weitere bevorzugte Ausführung eines Verfahrens zur Herstellung eines Granulats aus einem erfindungsgemäßen Werkstoff sieht vor, daß ein natürliches Polymer oder ein Polymer-Blend mit wenigstens einem natürlichen Polymer beispielsweise mittels eines Extruders plastifiziert und granuliert wird, wobei während und/oder nach dem Granu­ lieren native Öle und/oder Wachse zugesetzt werden. In diesem Fall ist der erfindungsgemäße Werkstoff nur ober­ flächlich mit nativen Ölen oder Wachsen behandelt, wobei das fertige Granulat beispielsweise mit nativen Ölen und/oder plastifizierten nativen Wachsen besprüht werden kann.
In beiden Fällen können dem plastifizierten Polymer oder Polymer-Blend Verstärkungsfasern zugesetzt werden, welche beispielsweise während dem Plastifizieren der Polymere direkt einem Extruder zugesetzt werden können.

Claims (15)

1. Werkstoff, bestehend aus einem natürlichen Polymer oder aus einem Polymer-Blend mit wenigstens einem natürlichen Polymer sowie Zusatzstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß er als Zusatzstoffe native Öle und/oder Wachse zur Desodorisierung enthält.
2. Werkstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß er etherische Öle enthält.
3. Werkstoff nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß er Menthol und/oder Mentholderivate enthält.
4. Werkstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß er fette pflanzliche Öle enthält.
5. Werkstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß er pflanzliche Wachse enthält.
6. Werkstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß er tierische Wachse enthält.
7. Werkstoff nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekenn­ zeichnet, daß er chemisch modifizierte native Wachse enthält.
8. Werkstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß er Verstärkungsfasern enthält.
9. Werkstoff nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß er natürliche Verstärkungsfasern enthält.
10. Verwendung eines Werkstoffs nach einem der Ansprüche 1 bis 9 als Ersatz für Holz- oder Holzwerkstoffe.
11. Verwendung eines Werkstoffs nach einem der Ansprüche 1 bis 9 als Ersatz für synthetische Kunststoffe oder synthetische Kunststoffwerkstoffe.
12. Verfahren zur Herstellung eines Granulats aus einem Werkstoff gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß ein natürliches Polymer oder ein Polymer-Blend mit wenigstens einem natürlichen Poly­ mer beispielsweise mittels eines Extruders plastifi­ ziert und granuliert wird, wobei während dem Plasti­ fizieren native Öle und/oder Wachse zugesetzt werden.
13. Verfahren zur Herstellung eines Granulats aus einem Werkstoff gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß ein natürliches Polymer oder ein Polymer-Blend mit wenigstens einem natürlichen Poly­ mer beispielsweise mittels eines Extruders plastifi­ ziert und granuliert wird, wobei während und/oder nach dem Granulieren native Öle und/oder Wachse zugesetzt werden.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Granulat mit nativen Ölen und/oder plastifi­ zierten nativen Wachsen besprüht wird.
15. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekenn­ zeichnet, daß dem plastifizierten Polymer oder Poly­ mer-Blend Verstärkungsfasern zugesetzt werden.
DE1998152055 1998-11-11 1998-11-11 Werkstoff aus natürlichen Polymeren Expired - Lifetime DE19852055B4 (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE1998152055 DE19852055B4 (de) 1998-11-11 1998-11-11 Werkstoff aus natürlichen Polymeren

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE1998152055 DE19852055B4 (de) 1998-11-11 1998-11-11 Werkstoff aus natürlichen Polymeren

Publications (2)

Publication Number Publication Date
DE19852055A1 true DE19852055A1 (de) 2000-05-18
DE19852055B4 DE19852055B4 (de) 2005-07-07

Family

ID=7887457

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE1998152055 Expired - Lifetime DE19852055B4 (de) 1998-11-11 1998-11-11 Werkstoff aus natürlichen Polymeren

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE19852055B4 (de)

Also Published As

Publication number Publication date
DE19852055B4 (de) 2005-07-07

Similar Documents

Publication Publication Date Title
EP1129140B1 (de) Kunststoff-werkstoff aus einem polymer-blend
EP0712428B1 (de) Formkörper aus bzw. mit einem umweltverträglichen werkstoff, verfahren zu dessen herstellung sowie dessen verwendung
EP0542155B2 (de) Biologisch abbaubare Formmasse
DE19517763C2 (de) Formkörper aus Verbundmaterial auf der Basis von Celluloseacetat und verstärkenden natürlichen Cellulosefasern und dessen Verwendung
EP2591052A1 (de) Verbundwerkstoff aus einem zellulosehaltigen material mit pmma als kunstoffmatrix mittels verschiedener kopplungs-komponenten
EP1613688A1 (de) Formkörper aus biologischem fasermaterial und kunststoff
EP3250356B1 (de) Verfahren zur herstellung eines spritzgussproduktes, entsprechendes spritzgussprodukt sowie verwendung speziell zubereiteter sonnenblumenschalenfasern als additiv
EP1128947B1 (de) Verfahren zur herstellung eines stabförmigen verbundkörpers sowie stabförmiger verbundkörper
EP1918329B1 (de) Thermoplastische Formmasse und daraus hergestellter Formkörper
WO1994014886A1 (de) Zusammensetzung für einen werkstoff, insbesondere für eine spritzgussmasse
DE102008046770A1 (de) Direktcompoundieren von Naturfasern
DE19852055B4 (de) Werkstoff aus natürlichen Polymeren
DE19500283A1 (de) Verfahren zum Herstellen von Gegenständen mit holzähnlichem Charakter
DE10027862B4 (de) Zusammensetzung zur Herstellung von Formkörpern, Verfahren zur Herstellung derselben und Formkörper aus einer solchen Zusammensetzung
DE102011012869A1 (de) Thermoplastischer Elastomer-Werkstoff auf der Basis von Naturpolymeren und Verfahren zu seiner Herstellung
DE102004007941B4 (de) Biologisch abbaubares Compound, das sich für Spritzguss, Folienextrusion und zum Blasformen eignet, Verfahren zu seiner Herstellung und seine Verwendung, insbesondere im Lebensmittelbereich
EP0943410A1 (de) Einstufiges Verfahren zur Herstellung von Dekorformteilen aus nachwachsenden Rohstoffen
DE102013108102A1 (de) Verfahren zur Herstellung einer Mischung aus Biomassefasern und wenigstens einem Kunststoff für die Herstellung eines Verbundwerkstoffs, Mischung aus Biomassefasern und wenigstens einem Kunststoff hergestellt nach dem Verfahren und Verbundwerkstoff hergestellt aus der Mischung
WO2001094449A1 (de) Verbundstoff, verfahren zur herstellung eines produkts aus einem verbundstoff und verfahren zur herstellung eines formkörpers aus einem verbundstoff
WO2000027924A1 (de) Zusammensetzung zur herstellung von formkörpern und verfahren zur herstellung von formkörpern aus einer solchen zusammensetzung
DE3145290A1 (de) Verfahren zur herstellung von formkoerpern aus thermoplastischem material
DE4415851A1 (de) Holzspanerzeugnis mit thermoplastischer Verbundmasse
DE10151386C2 (de) Verfahren zur Herstellung einer Zusammensetzung für die thermoplastische Verarbeitung zu Formkörpern
WO2022253731A1 (de) Thermoplastisches material und verfahren zur herstellung eines formkörpers aus einem thermoplastischen material und formkörper
EP1338405B1 (de) Verfahren zur Herstellung von Formkörpern aus natürlichen Polymeren

Legal Events

Date Code Title Description
OP8 Request for examination as to paragraph 44 patent law
8364 No opposition during term of opposition
8327 Change in the person/name/address of the patent owner

Owner name: PFITZER, JUERGEN, 71717 BEILSTEIN, DE

Owner name: NAEGELE, HELMUT, 74336 BRACKENHEIM, DE

R081 Change of applicant/patentee

Owner name: TECNARO GESELLSCHAFT ZUR INDUSTRIELLEN ANWENDU, DE

Free format text: FORMER OWNER: FRAUNHOFER-GESELLSCHAFT ZUR FOERDERUNG DER ANGEWANDTEN FORSCHUNG E.V., 80686 MUENCHEN, DE

Effective date: 20110217

R081 Change of applicant/patentee

Owner name: TECNARO GESELLSCHAFT ZUR INDUSTRIELLEN ANWENDU, DE

Free format text: FORMER OWNER: HELMUT NAEGELE,JUERGEN PFITZER, , DE

Effective date: 20110428

Owner name: TECNARO GESELLSCHAFT ZUR INDUSTRIELLEN ANWENDU, DE

Free format text: FORMER OWNERS: NAEGELE, HELMUT, 74336 BRACKENHEIM, DE; PFITZER, JUERGEN, 71717 BEILSTEIN, DE

Effective date: 20110428

R071 Expiry of right